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geb. 1963

Nachdem ich mich in den 1970er und 1980er Jahren in der Musik und in den 1990er Jahren mit der Schreiberei versucht hatte, entdeckte ich 1993, mit dreissig Jahren, eher spät die Malerei.

Bilder der Perle - die erste Ausstellung im Januar 1998 in der Sportreha Gossau bleibt unvergesslich. Unglaublich vielen BesucherInnen zeigte ich meine Bilder der Perle - ein bunter Mix von etwa 40 Werken die am ehesten im Symbolismus und Surrealismus einzureihen waren. Ein rauschendes Fest mit Live-Band und grossem Buffet begleitete die Vernissage und ich durfte sogar meine ersten drei Bilder verkaufen! Einen Ausschnitt aus dieser Werkreihe zeigte ich zwei Jahre später nocheinmal bei Kathy's in Wermatswil.

Eden 1 bis 10 - meine erste, in sich geschlossene Werkreihe, die 1998 im beliebten Cafe Keller in Uster über längere Zeit zu sehen war. Ebenfalls zum ersten Mal dichtete ich poetische Texte, die zusammen mit den Bildern gezeigt und jedem Bild in den Rücken gebrannt wurden. Ein Verfahren, das ich nachher über zehn Jahre beibehielt.

Stille und Klang - 2001 erhielt ich die Gelegenheit über drei Monate in der Schulthessklinik Zürich etwa dreissig grossformatige Werke aus dieser poetischen Serie aus den Jahren1999 bis 2001 im lichtdurchfluteten, gläsernen Eingangsbereich auf vier Etagen zu zeigen. Ein Glücksfall und aus meiner Sicht nichts weniger als der Beginn meiner professionellen Malerkarriere, denn der grossartige Erfolg motivierte mich ungemein. Es folgten Gespräche mit der Direktion der Klinik in Zukunft regelmässige Ausstellungen durch mich zu kuratieren - ein Erlebnis, das mich vier Jahre später dazu bewegen sollte, zusammen mit einem kleinen Verein das Kulturhaus Villa Grunholzer in Uster aufzubauen und für sieben Jahre zu leiten. Ende Jahr ergab sich eine weitere wundervolle Begegnung mit der Sterne-Köchin Tanja Grandits. In ihrem erstem, eigenen Restaurant Thurtal in Eschikofen durfte ich 2002 und 2004 neue Bilder aus dieser Werkreihe ausstellen.

Seit 2003 freischaffend - nachdem ich einige Jahre in leitender Funktion im Pflegeberuf gearbeitet hatte, entschied ich mich nach reiflicher Überlegung für die Kunst. Seit dieser Zeit arbeite ich als Dauernachtwache mit einem 50%-Pensum. Ein Lebensmodell, das mir viel Zeit lässt für die Malerei und ab 2005 bis 2012 für die Betriebs- und Ausstellungsleitung im Kulturhaus Villa Grunholzer in Uster.

Dem Unsichtbaren näher sein - unter diesem Titel entstanden von 2003 bis 2007 verschiedene kleine Werkgruppen und umfassten letztendlich über 80 Bilder und Texte, die 2005 in der Villa Grunholzer in Uster, 2007 in der Galerie zum grauen Wind in Zürich und 2008 im Kunstdach in Uster zu sehen waren. Mein erster Katalog zur Serie zeigt in zwei Auflagen von je 150 Stück Ausschnitte aus den verschiedenen Werkgruppen.

Narrenspiele und Narrenlieder - umfasst einen Zyklus von 30 Bildern und Texten, die alle in den Jahren 2007 und 2008 entstanden sind. Narrenspiele und Narrenlieder zeigte ich in zwei Teilen im Oktober 2007 in der Galerie im Rosenhofraum in Wädenswil und 2008 in der Galerie Rehalp in Zürich. Die gesamte Werkreihe stellte ich, mit einer Auflage von 200 Stück, in meinem zweiten Katalog 2009 zusammen.

singINgarden, songs and flowers - drei ineinandergreifende Werkreihen von insgesamt 40 Bildern die 2009 bis 2012 entstanden sind. Im selben Jahr fand die Ausstellung in der Villa Grunholzer, Uster statt. Teile aus dieser Werkreihe konnte ich 2013 im ZAN-Luzern und 2014 in der Xanthippe in Mannheim zeigen. In einem dritten Katalog stellte ich mit einer Auflage von 200 Stück den gesamten Zyklus zusammen. Zum ersten Mal setze ich Englisch als Kunstsprache ein.

Weiber und Narren - wie viele Kunstschaffende auch, bin ich immer wieder in meinen Themen und Darstellungsweisen gefangen. Ausserhalb meiner Werkreihen sind aber immer wieder einzelne, andersartige und auch figurative Arbeiten entstanden. Es sind dies oft seltsame und skurrile Bilder, die noch nie, oder schon lange nicht mehr, öffentlich gezeigt wurden. 2015 nun stellte ich in der Kulturschüür Liebegg in Männedorf zum ersten Mal nur figurative Arbeiten aus - Bilder aus meinen Anfangszeiten, die ich neu überarbeitet habe, einige ältere und auch neue Werke, die ich nach längerer Zeit wieder einmal mit Texten versehen habe.

pieces and bits - eine Werkreihe von 30 Bildern aus den Jahren 2013 bis 2016, die ich in der Galerie am Lindenhof in Zürich 2015 und 2017 auch zweiteilig ausstellte.

Unscheinbar schöne, kleine und grosse Dinge - Aktuell sind es die kleinen, alltäglichen und oft unscheinbaren Dinge, die ich mir anschauen will. Damit habe ich einen Weg zurück in den Realismus, genauer zum Stillleben gefunden, das mich mit seiner oft mystisch wirkenden Präsenz der Dinge schon immer in einen unerklärlichen Bann gezogen hat. Eine erste Auswahl zeige ich im Oktober 2017 zusammen mit den Werken von Andreas Mantel in der Galerie am Lindenhof in Zürich.

Ich bin fasziniert von Ikonenmalerei, Symbolismus, Surrealismus, sowie Religion und Spiritualität im Sinne der Mentalitätsentwicklung vom archaischen bis zum modernen Bewusstsein. Über viele Jahre hinweg ist es mir gelungen, eine ganz eigene Bildsprache aufzubauen. Immer wieder suche und finde ich neuartige Bildräume, die dann in Zyklen mit manchmal über achtzig Werken das universelle Thema der Suche des Menschen nach sich selbst behandeln.

Der Reiz des Malens liegt für mich auch darin, auf das innere Geschehen Einfluss nehmen, den inneren Raum mitgestalten zu können: Es ist die fortlaufende Arbeit an mir selbst. Es ist ein Versuch dem Unsichtbaren näher zu sein. Die Malerei kann den äusseren Raum niemals befriedigend abbilden. Das wirkliche Bild existiert nur im Betrachter. Wir gestalten unser Leben wesentlich aus den inneren Bildern: “Die Welt ist so wie du sie siehst und wie die Welt ist, so bist du.“

Indem wir den Dingen Namen geben, glauben wir sie zu kennen - d.h. wir verbinden diese unwillkürlich mit unseren Vorstellungen, die wir von ihnen haben. Im Prozess des Malens versuche ich aber etwas von der Wirklichkeit der Dinge zu erfassen, was bedeutet, die Dinge möglichst unvoreingenommen anzugehen, bzw. zu betrachten.

Meine Malerei lehrt mich Achtsamkeit: Hinschauen, Präsenz, Konzentration, Geduld und Sorgfalt im Handwerk.

Oder vielleicht auch so wie Jack Kornfield von Claude Monet erzählt, der fünfundreissig Jahre in Giverny lebte, wo er jahraus, jahrein täglich immer wieder die Seerosen malte. Jeden Tag unvoreingenommen angehen – darin besteht der Anfängergeist. Alles andere ergibt sich wie von selbst.

Signaturen im Bild, wie sie in der westlichen Welt seit einigen Jahrhunderten üblich sind, haben mich immer gestört. Schon seit meinen Anfangszeiten als Maler brenne ich deshalb Werknummer, Signatur, Entstehungsjahr und manchmal auch einen zum Bild gehörenden Text in die Rückseite meiner Werke. Die rote Künstlersignatur in der Art eines japanischen Siegelstempels, hat sich über Jahre hinweg in mein Schaffen eingeschlichen. Mir gefällt die Idee, beim Betrachten des Bildes an die Flüchtigkeit des Augenblicks erinnert zu werden. Meine Werke signiere ich aber auch weiterhin in der gewohnten Art auf der Rückseite des Bildes.

Ich male mit den Farben rot, blau, gelb, schwarz und weiss in Acryl auf Pressspanplatten. In unserer Zeit sind die Techniken der Bildgestaltung grenzenlos. Ich entscheide mich auch hier bewusst für einfache Mittel, um mich nicht in den Möglichkeiten zu verlieren.

Markus Rey